Melancholie, nachts auf der Terasse

Wenn man nachts alleine auf der Terasse sitzt, den Grillen bei ihrem Spiel zuhört, den Mond und die Sterne bewundert,neben her noch ein paar Zigaretten raucht, kann man ganz schnell ein wenig melancholisch werden. Man sucht Antworten die man vielleicht gar nicht finden möchte oder stellt Fragen auf die es keine Antwort gibt oder Fragen die es sich gar nicht zustellen lohnt. Mag er mich? Liebt er mich vielleicht sogar? Liebe ich ihn überhaupt oder bilde ich mir das alles doch nur ein? Werde ich es jemals schaffen, nicht mehr daran zu denken? Werden die Narben jemals verblassen? Werde ich für immer alleine sein? Warum bin ich alleine? Weshalb dreht sich die Erde? Ist der Sinn des Lebens wirklich Leben? Haben Menschen überhaupt irgendeine Funktion auf der Welt, ausser sie zu zerstören? Solche Fragen stell ich mir gerade. Auf die meisten find ich keine Antwort. Ist vielleicht auch gut so. Dann denke ich wieder an meine Zukunft, die so endlos scheint. So weit entfernt. So unreal.
Ich möchte nicht erwachsen werden. Ich möchte mein noch etwas kindliches Verhalten und meine kindischen Gedanken behalten. Weil ich so viel Spass damit hab wegen Kleinigkeiten Tränen zu lachen. Mir die unrealsten Dinge vorzustellen. Mit Freunden im Supermarkt stehen und sich den Bauch halten vor lachen weil man das Wort “Muffin” ausgesprochen hat wie man es schreibt und nicht korrekt Englisch. Was ist, wenn ich eines Tages einer der Erwachsenen bin, die Leute wie mich, so wie ich jetzt bin, komisch von der Seite anschaue? Weil sie so “kindisch” sind. Geht das überhaupt? Kann mein Körper altern, aber mein Geist, meine Seele, meine Gedanken nicht? Lache ich auch noch mit 30 darüber, wenn ich mir vorstelle, im Altersheim Wettrennen mit den Gehilfen gegen eine Freundin zu machen? Oder verdreh ich nur genervt die Augen?
Werd ich Kinder und einen Ehemann haben, meinen Beruf wechseln um von 8:00-17:00Uhr zu arbeiten, damit das Abendessen pünktlich auf den Tisch steht? Das geht ja nicht wenn man in der Nacht arbeitet.
Ich möchte nicht erwachsen werden. Sondern mir mit auch mit 30, 40 und 50 Gedanken darüber machen, wie es ist erwachsen zu sein. Und zwar alleine, auf der Terasse, während dem ich den Grillen lausche und Zigaretten rauche.